Veranstaltungen im Juni 2024–Mai 2025

  • - Bertolt Brecht und Alfred Döblin: eine produktive und unglückliche Beziehung
    Bertolt Brecht und Alfred Döblin: eine produktive und unglückliche Beziehung

    Bertolt Brecht und Alfred Döblin: eine produktive und unglückliche Beziehung


    05. Juni 2024

    Vortrag von Prof. Dr. Helmuth Kiesel über die Beziehung zwischen Brecht und Döblin

    Eintritt 8 €, ermäßigt 6 €
    Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich: 0821-4540815

    Bertolt Brecht und Alfred Döblin lernten sich in den Jahren nach 1925 kennen und gründeten einen Gesprächskreis, in dem Fragen einer zeitgemäßen Poetik erörtert wurden. In diesem Kreis entstand unter dem maßgeblichen Einfluss Döblins die Idee der "Episierung" sowohl der erzählerischen als auch der dramatischen Darstellungsweise. Immer wieder kam es in den Jahren um 1929 zu produktiver Zusammenarbeit zwischen Brecht und Döblin. Danach kam es zu einer gewissen Entfremdung, weil Brecht - siehe Die Maßnahme (1930) - mit dem kommunistischen Weg der Weltverbesserung sympathisierte, während Döblin mit seiner Artikelserie Wissen und Verändern (1931) zum scharfen Kritiker des Sowjetkommunismus wurde. Gleichwohl blieb es bei freundschaftlicher Sympathie, bis Brecht im kalifornischen Exil an Döblins 65. Geburtstag im August 1943 erfuhr, dass Döblin zum katholischen Glauben konvertiert war, und seiner Enttäuschung in einem grandiosen Schmähgedicht Ausdruck gab. Eine Fortsetzung der freundschaftlichen Kommunikation war danach nicht mehr möglich.

    Prof. Dr. Helmuth Kiesel, Universität Heidelberg (Vortrag)
    Jürgen K. Enninger, Referent für Kultur, Welterbe und Sport der Stadt Augsburg (Grußwort)
    Prof. Dr. Prof. h.c. Jürgen Hillesheim, Brecht-Forschungsstätte Augsburg (Einführung)


    Prof. Dr. Helmuth Kiesel (Foto: Friederike Hentschel)

  • - BRECHT UND KONSORTEN | Fritz Kortner: „Aller Tage Abend“ und „Kortner anekdotisch“
    BRECHT UND KONSORTEN | Fritz Kortner: „Aller Tage Abend“ und „Kortner anekdotisch“

    BRECHT UND KONSORTEN | Fritz Kortner: „Aller Tage Abend“ und „Kortner anekdotisch“


    09. Juni 2024

    Stefan Schön zeichnet der Lebensweg des Theatergenies Fritz Kortner nach

    Eintritt 8 €, ermäßigt 6 €
    Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich: 0821-4540815

    Die Bezeichnung eines Theatertitanen ist für Fritz Kortner nicht übertrieben. 1892 in
    Wien als Sohn jüdischer Eltern geboren, machte er sehr schnell als Schauspieler von sich reden. Er pflegte den expressionistischen Darstellungsstil, machte Karriere im damals schnelllebigen Berlin.
    Seinen Durchbruch erlebte er 1919 in der Rolle des Heimkehrers im Ernst Toller Stück "Die Wandlung". Es folgten Erfolge im Film und auf der Bühne, er war Regisseur und Autor. Kortner ging vor der Zeit ins Exil, lernte in Amerika Feuchtwanger, Brecht und den ganzen Exilanten-Zirkel kennen, versuchte sich in Hollywood vergeblich durchzuschlagen als Drehbuchautor.
    Stefan Schön zeichnet den Lebensweg dieses kantig-wuchtigen Theatergenies nach, dessen bissige Kommentare und giftigen Sotissen in den Theatern ebenso gefürchtet waren wie seine produzierten Überlängen der Schauspielabende.

    Schön rezitiert aus Kortners Autobiographie "Aller Tage Abend" und würzt die Vita mit "Kortner anekdotisch" – ein Beispiel:
    Gefragt, was er von einem Mitbestimmungsmodell im Theater halte:
    O-Ton Kortner: „Das Mitsprache-Recht des Schauspielers ist – – – der TEXT!!!


    Stefan Schön (© Charlotte Bruhn-Schön)

  • - „PETRARCA – Humanist und König der Dichter“
    „PETRARCA – Humanist und König der Dichter“

    „PETRARCA – Humanist und König der Dichter“


    12. Juni 2024

    Vortrag mit Lichtbildern von Dr. Klaus Engert

    Eintritt 8 €, ermäßigt 6 €
    Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich: 0821-4540815

    Petrarca bildet gemeinsam mit Dante und Boccaccio das toskanische Dreigestirn der großen italienischen Literatur des 14. Jahrhunderts, „le tre corone“. Als einer der einflussreichsten Dichter der Literaturgeschichte war er gleichzeitig Philosoph, Diplomat und der Vater des Humanismus, bei dem der individuelle Mensch im Mittelpunkt steht. Der Vortrag mit Powerpoint-Präsentation ist auch eine Reise in das Italien des 14. Jahrhunderts, in das prachtvolle Venedig der beginnenden Renaissance, an die glanzvollen Höfe der Visconti in Mailand und Pavia, der Correggi in Parma, der Carrara in Padua bis hin zu dem von Kaiser Karl IV. in Prag.

    Dr. Klaus Engert, geboren 1964 in Würzburg, widmete sich bereits im Studium u.a. an der Universität Bologna bei Umberto Eco der italienischen Sprache, Geschichte und Kunstgeschichte und der italienischen Literatur des 14. Jahrhunderts. Er ist Mitglied im Vorstand des PEN-Zentrum Deutschland.

    Porträt des Francesco Petrarca
    (Altichiero da Zevio)

  • - Rilke zweistimmig - Elegien im Wechselgesang
    Rilke zweistimmig - Elegien im Wechselgesang

    Rilke zweistimmig - Elegien im Wechselgesang


    16. Juni 2024

    Elvira Lauscher und Jörg Neugebauer lesen Rilke und eigene Texte in der Lounge im Brechthaus

    Eintritt 8 €, ermäßigt 6 €
    Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich: 0821-4540815

    Sie haben Rilkes Elegien an ihren Ursprungsorten gelesen - die erste in Duino und die neunte vor dem Château de Muzot. Beides auf Einladung der Rilke-Gesellschaft. Nun kommt der Wechselgesang nach Augsburg ins Brechthaus.
    Elvira Lauscher und Jörg Neugebauer sind selbst Autoren, ihre Texte sind in renommierten Anthologien zu finden. Über mehrere Jahre hinweg bespielten sie Kleinkunstbühnen mit ihrem Lyrik-Kabarett "Wortkunstlauf", u.a. mit einer eineinhalbstündigen "Hommage an Ernst Jandl". Gemeinsame Theaterstücke folgten. Ihre CD "Dionysos - der immerzu kommende Gott" ist das erste Dokument ihres "Wechselgesangs". Zuletzt erschien von Jörg Neugebauer der Lyrikband "Kühe spielen Minigolf".

    Die Veranstaltung wird von Siegfried Völlger moderiert.

    Elvira Lauscher und Jörg Neugebauer

  • - Dichtung und Denken zu Zeiten der Spannung
    Dichtung und Denken zu Zeiten der Spannung

    Dichtung und Denken zu Zeiten der Spannung


    23. Juni 2024

    Gedichte und Gedanken zur Entwicklung der Zeit - Lesung mit Thomas Klinger

    Eintritt 8 €, ermäßigt 6 €
    Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich: 0821-4540815

    Der Autor und Übersetzer, Verleger, Dichter und Philosoph, Thomas Klinger (1967), stellt neue Gedichte vor, die noch nicht öffentlich vorgetragen wurden und die, neben philosophischer Bewegung, psychologischem Gespür, sowie empathischer Rührung, auch hier und da eine zeitkritische Betrachtung von Mensch, Leben, Welt und Politik beinhalten. Der Humanismus und die ethische Haltung der menschlichen Rationalität liegen dem Autor nahe. Wie kommen wir zusammen? Wie werden wir uns verstehen? Was ist das Leben? Und wie finden wir Glück? - Klarheit ist erwünscht, sowie Fragen und Schauen, Hören und bewegendes Schweigen wer mag.

    Thomas Klinger

  • - WILLIAM BLAKE – sein Universum, sein lyrisches Konto
    WILLIAM BLAKE – sein Universum, sein lyrisches Konto

    WILLIAM BLAKE – sein Universum, sein lyrisches Konto


    30. Juni 2024

    Kristian Kühn stellt in der Lounge im Brechthaus den englischen Frühromantiker William Blake vor

    Eintritt 8 €, ermäßigt 6 €
    Telefonische Anmeldung unter: 0821-4540815

    Kristian Kühn liest aus seinem Buch „William Blake & das lyrische Konto“, das Ende März diesen Jahres im Münchner Aphaia Verlag erschienen ist. Es handelt sich dabei um einen Essay zu dem englischen Frühromantiker William Blake, außerdem um Gedichte von Blake und anderen in der Blake'schen Nachfolge (etwa Allen Ginsberg), die von dem Schriftsteller Norbert Lange ausgewählt und zum Teil auch von ihm übersetzt worden sind.
    Die Dichterin und Musikerin Augusta Laar wird einige kurze liedartige Gedichte von William Blake vortragen.

    Die Veranstaltung wird von Siegfried Völlger moderiert.

    Kristian Kühn

  • - DIE FARBEN DER ZEIT - Lyrik von Sigune Schnabel und Philipp Létranger
    DIE FARBEN DER ZEIT - Lyrik von Sigune Schnabel und Philipp Létranger

    DIE FARBEN DER ZEIT - Lyrik von Sigune Schnabel und Philipp Létranger


    15. September 2024

    Sigune Schnabel und Philipp Létranger lesen aus ihren aktuellen Werken

    Eintritt 8 €, ermäßigt 6 €
    Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich: 0821-4540815

    Sigune Schnabel ist seit Jahren aus der deutschen Lyrik nicht mehr wegzudenken. Ihre Gedichte zeichnen sich durch ihre oft magische Perspektive aus, sind stilistisch und musikalisch unverwechselbar. Sie liest aus ihrem neuesten Gedichtband "Die Zeit hat ihre Farben verloren".
    Philipp Létranger machte erst in den letzten beiden Jahren als Lyriker auf sich aufmerksam; zuletzt gewann er 2023 den Jurypreis beim Literaturwettbewerb der Gruppe 48. Er liest aus seinem Gedichtband "zwischen die kriege geworfen".
    Im Rahmen der Lesung werden die Beiden als Premiere auch ihren gemeinschaftlich erstellten lyrischen Dialog "Flickwerk" vortragen. Hier wird Lyrik erlebbar als Brücke zwischen zwei verschiedenen Generationen und Werdegängen.
    Die Lesung wird musikalisch von Sigune Schnabel an der Harfe umrahmt.

    Sigune Schnabel studierte in Düsseldorf Literaturübersetzen. Sie wurde vielfach ausgezeichnet und hat neben zahlreichen Publikationen in Anthologien und Zeitschriften inzwischen auch vier eigene Gedichtbände veröffentlicht. Mehr unter https://sigune-schnabel.de/

    Philipp Létranger hat Physik studiert und lebt seit 1975 in München. In den letzten Jahren wurde seine Lyrik mehrfach ausgezeichnet. Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften erschien im Dezember 2022 sein Gedichtband "zwischen die kriege geworfen" in der Reihe edition offenes feld. Mehr unter https://philipp-letranger.webador.de/

  • - BRECHT UND KONSORTEN I Therese Giehse „Ich hab nichts zum sagen“
    BRECHT UND KONSORTEN I Therese Giehse „Ich hab nichts zum sagen“

    BRECHT UND KONSORTEN I Therese Giehse „Ich hab nichts zum sagen“


    06. Oktober 2024

    Stefan Schön liest aus dem Interview-Buch mit der Schriftstellerin Monika Sperr „Ich hab nichts zum sagen“, das ein Jahr vor Giehses Tod 1974 herauskam.

    Eintritt 8 €, ermäßigt 6 €
    Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich: 0821-4540815

    Vielen dürfte sie als Darstellerin aus der Fernsehserie Münchner Geschichten (Regie: Helmut Dietl) aus den 70ern bekannt sein. Aber die Giehse war mehr: Sie war Bert Brechts erste Mutter Courage in der Uraufführung 1941 am Züricher Schauspielhaus. Mit ihrem Geburtsdatum 6. März 1898 war die Münchnerin Therese Giehse nur weniger als 4 Wochen jünger als der im Februar geborene Brecht.
    Als versierte Schauspielerin war sie in den 20er Jahren schon Ensemblemitglied an den Münchner Kammerspielen. Die ‚Große Giehse’, wie sie genannt wurde, war Zeit ihres Lebens immer eine politische Frau. Als Jüdin floh sie vor den Nationalsozialisten ins Ausland über die Stationen Zürich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Österreich bis in die Tschechoslowakei.
    Nach 1945 stand sie in unzähligen Rollen in München, in Berlin am Berliner Ensemble, am Züricher Schauspielhaus, in Salzburg und auch in Wien auf der Bühne.


    Stefan Schön (© Charlotte Bruhn-Schön)

  • - Vorstellung des Chapbooks „der narr“ von blumenleere: zwischen Tarot, Ayahuasca und Phantasmagorien
    Vorstellung des Chapbooks „der narr“ von blumenleere: zwischen Tarot, Ayahuasca und Phantasmagorien

    Vorstellung des Chapbooks „der narr“ von blumenleere: zwischen Tarot, Ayahuasca und Phantasmagorien


    20. Oktober 2024

    blumenleere liest aus ihrem bei Rodneys Underground Press erschienenen Chapbook „der narr“

    Eintritt frei.
    Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich: 0821-4540815

    Dasselbe enthält drei Endlosschleifen – literarische Experimente (in der zweiten Person), bei denen die Lesenden nach jedem Abschnitt selbst entscheiden, wie es weitergeht, und die meist wieder zurück in sich münden. Veränderung durch Erkenntnisgewinn: eine Lernkurve. Der titelgebende Text, poetische Prosa, basiert lose auf dem Tarot de Marseille nach der Auslegung Alejandro Jodorowskys und thematisiert, in einem phantastischen Sinne autobiographisch, verschiedene Möglichkeiten einer Reise gen Selbstfindung; Stichwörter: Ayahuasca, Tarot, Meditation, Analytische Psychologie, Peru.
    „unterwegs“, wiederum, erzählt vom unablässigen Wandel per se, der in seiner berauschenden Vielfalt durchaus lähmende Routine – ein Paradoxon? – werden kann, sofern du nicht die Regeln knickst & sie, drastisch mutiger werdend, durchbrichst.
    Und „ur atoms know no age“ reduziert das Konzept dieser Art Erfahrung, indem sie sie beinahe schon karikiert, auf ihren absoluten Wesenskern.

    Mehr Info zu blumenleere hier:
    https://www.literaturport.de/lexikon/persona-blumenleere/
    https://www.blumenleere.de/

    Zudem gibt sie die u.a. Zeitschrift „zur philosophie des schenkens“ heraus.
    https://zurphilosophiedesschenkens.wordpress.com/


    Michael Johann Bauer/blumenleere (Foto: blumenleere)

  • - MEERESSTILLE
    MEERESSTILLE

    MEERESSTILLE


    17. November 2024

    Werke für Gitarre aus Klassik und Moderne mit Stefan Barcsay

    Eintritt: 15 €, ermäßigt 12 €
    Eine telefonische Anmeldung ist erforderlich: 0821 - 4540815

    Ganz dem Gedicht MEERESSTILLE aus der Feder von J.W. von Goethe haben sich die Komponistinnen und Komponisten Hojung Yoo (Seoul), Violeta Dinescu (Bukarest), Alois Bröder (Darmstadt), Markus Lehmann- Horn (München), Johannes X. Schachtner (München), Gabriel Malancioiu (Themeswar), verschrieben.

    Sie haben ihre Werke für den Augsburger Gitarristen Stefan Barcsay geschrieben, der zu diesem Konzert den Bogen von der Klassik (zur Aufführung kommen Werke von Fernando Sor und Carl Maria von Weber) zur Moderne spannen wird.

    Stefan Barcsay